Mann, der Herr Tarantino, da hat er ja wieder einen abgedreht. Auf der positiven Seite gibt der Film sich überraschend ambivalent, insbesondere durch die Inszenierung der Gewalt. Ich hatte vor dem Viewing und ohne Lektüre die Befürchtung, man würde da einen Revenge-Film kriegen, in dem die Bösen erstmal richtig böse sind, damit die Guten dann hinterher richtig böse sein dürfen. Aber Quatsch. Der kluge Georg Seeßlen hat es treffend beschrieben:
Die Guten, die keine Opfer mehr sein wollen, können auch keine vollständig Guten mehr sein.
Dem hab ich inhaltlich überhaupt nichts hinzuzufügen - und die Inszenierung scheint mir das auch vollauf zu belegen. Insofern ist Tarantino auch intelligent vorgegangen - aber (leider) nicht zimperlich, wobei skalpieren auch nicht so meine Sache ist und offenbar vom Verleih doch nicht auf eine FSK 12 gesetzt wurde. 
Aber die armen Schauspieler: bis auf Christoph Waltz und Mélanie Laurent scheinen alle bei der Rollenverteilung die Arschkarte gezogen zu haben. Oder man hat sie angewiesen, deutlich unter ihrem schauspielerischen Rahmen zu agieren. Oder man hat als "deutscher Star" eben doch nur Sub-Hollywood-Niveau. Bzw. wie im Falle von Eli Roth zeigt sich eben, wer da überhaupt in seiner Eigenschaft als Schauspieler gecastet wurde und wer nicht. Und wer da vielleicht nur als Freund dabei war, seine Muckis als "Bärenjude" zeigen wollte und den einen oder anderen Namen ins Spiel zu bringen wusste ; )
"By the age of 20, and while still a student at NYU, Roth ran the office of producer Frederick Zollo"
Frederick Zollo? Ja? Der Frederick Zollo? Das verweist doch direkt auf Fredrick Zoller und den Film im Film - siehe unten
Daniel Brühl macht nun auch nicht gerade bella figura, aber wer weiß, ob nicht auch da der Regieauftrag lautete: Holzschnittt bitte!
Brad Pitt jedenfalls, der wohl wirklich auf hohem Niveau schauspielern kann, ist gezwungen, eine unheimliche Hackfresse zu ziehen, was bisweilen fast aussieht, als sei der arme Mann mit einer ermäßigten Karte ins Kino und auf die Leinwand gekommen. Und es bringt den Film auch nicht wirklich weiter
Kränkeln tut der Film meines Erachtens an seinem Ende. Und damit meine ich nicht einmal die letzten 20 Minuten. Sondern nur die letzten zwei. Resümierend ist mir aber doch ganz wohl dabei, dass Nazideutschland und Co. auch im Jahr 65 nach dem zweiten Weltkrieg einen Filmtopos abgeben, in dem die Nazis in ihrem Wirken irgendwie, ähm, unverklärt abgebildet werden. Zum Beispiel nicht als das distanziert zu betrachtende dämonische Böse. Sondern als dessen abgeklärte, disziplinierte und auf Effizienz bedachte Arbeiter und Handlanger. Umso schlimmer ja, dass das Böse eben auch und gerade ein menschliches Antlitz trägt.
Und gute Filmemacher waren sie auch nicht, wie man sich schnell vergewissert.
http://www.stolzdernation.com
P.S. und, ach ja, an zentraler Stelle kommt doch Cat People (Putting Out Fire) von David Bowie.
Kommentare
Sebastian Hülk
In Inglourious Basterds spielt Sebastian Hülk mit. Ja. Genau. Der Sebastian Hülk...
http://www.agenturretzlaff.de/schauspieler/vita.schauspieler/V_Huelk.Sebastian/V_Huelk.Sebastian.info.html
Bekannt aus Film, Fernsehen und Feldmark.
Hier auch im Bild
Ach ja, und hier der Film im Film, den man in voller Länge ja nicht zu sehen bekommt. Die Dramaturgie ist sehr linear. Vorsicht: der Body Count beträgt ca. 300.
Body Count Chuck Norris
Faster, Pussycat, kill, kill!
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